Urlaub abseits der großen Massen

Das Dreiländereck Oberösterreich – Südböhmen – Bayerischer Wald ist zwar keines der bekanntesten Urlaubsgebiete, aber mit Sicherheit eines der ursprünglichsten und schönsten. Denn hier hat der Massentourismus noch keinen Einzug gehalten, was man nicht nur an der ursprünglichen Landschaft, sondern auch an den freundlichen Menschen hier erkennt. Lange Zeit ist die Gegend hier am Rande von Westeuropa gelegen und war deshalb auch wirtschaftlich eine Randzone. Im Fachjargon würde man das Dreiländereck als periphere Zone bezeichnen. Doch seit dem Fall des Eisernen Vorhanges blüht die Region auf und jetzt kann man das, was lange Zeit als Hemmschuh der Entwicklung gegolten hat, plötzlich als großen Pluspunkt bezeichnen. Während andere Regionen mit Bausünden und den Auswirkungen des Massentourismus zu kämpfen haben, konnte sich der Tourismus hier ganz anders entwickeln. In den letzten Jahren haben sich einige Wellnesshotels der Region einen Namen erarbeitet, der über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.

Almesberger Teufelsauna

Die Region Böhmerwald – Bayerischer Wald – Südböhmen ist wie geschaffen für Wellnessurlaub. Das haben einige findige Hoteliers auch erkannt und ihr Angebot in diese Richtung ausgebaut. Ein großer Pluspunkt ist sicherlich die schöne Natur, die die Region auszeichnet. Rund um den Dreisesselberg, den Plöckenstein und den Hochficht ist der Böhmerwald richtiggehend mythisch. Auf tschechischer Seite hat man hier sogar einen Nationalpark errichtet. Hier kann man noch Tiere antreffen, die in den meisten anderen Regionen Europas schon längst von der Zivilisation verdrängt worden sind. Mit etwas Glück kann man hier nicht nur Hirsche beobachten, sondern sogar Elche antreffen. Dass man einen Luchs zu Gesicht bekommt, ist zwar aufgrund der Scheue der Tiere fast ausgeschlossen, aber hier gibt es eine gesunde Population der Raubkatzen. Auch Wölfe sind in den letzten Monaten bereits gesichtet worden und Naturforscher schließen es nicht aus, dass die Vorfahren der Hunde sich wieder fix im Böhmerwald ansiedeln. Aber auch sie sind dermaßen scheu, dass sie kaum einmal gesehen werden beziehungsweise eine Gefahr für den Menschen darstellen. Dass diese Tiere alle noch vorkommen im Böhmerwald, das hat auch geschichtliche Gründe. Denn genau hier hat der Eiserne Vorhang über Jahrzehnte den Osten vom Westen getrennt. In der Sperrzone hat sich die Natur fast ungestört entwickeln können. Die Tiere konnten in diesem grünen Korridor auch über Ländergrenzen hinweg wandern. Was für die Menschen der Grenzzone ein Fluch war, war für die tierischen Bewohner oft ein Segen.

Wer in einem der schönen Wellnesshotels der Region untergebracht ist, der kann diese Natur in vollen Zügen genießen. Viele Urlauber schnüren die Wanderschuhe und erkunden die Region per pedes. Wer aber jetzt glaubt, man komme dabei nicht ins Schwitzen, der könnte sich täuschen. Denn die höchsten Gipfel des Böhmerwaldes ragen fast bis auf 1400 Meter hinauf. Die Landschaft hat einen rauen und urtümlichen Charakter. Vielfach findet man große Granitsteine, die bizarre Formen annehmen. Auch wer mit dem Rad unterwegs ist, kann durchaus fordernde Strecken in Angriff nehmen. Gerade für Mountainbiker ist die Region ein wahres Eldorado. Es gibt viele schöne und abwechslungsreiche Trails für geübte Biker, aber auch gemütliche Strecken, die für jedermann einfach zu bewältigen sind. Unter dem Namen Granitland gibt es viele markierte Mountainbike Strecken, die man entweder als Tagestour oder auch als Mehrtagesausfahrt bewältigen kann.

Wellnessurlaub genießen

Die meisten Menschen, die einen Wellessurlaub buchen, sind nicht den ganzen Tag im Spa-Bereich und schwitzen in der Sauna, sondern wollen auch etwas von der Umgebung sehen. Lohnende Ausflugsziele gibt es im Dreiländereck genügend. Sehr zu empfehlen ist etwa ein Blick über den Tellerrand – in diesem Fall über die tschechische Grenze – in die Weltkulturerbe Stadt Krumau. Der Name kommt daher, weil die Moldau hier s-förmig durch die Stadt fließt – wie in einer krummen Au. Die mittelalterliche Stadt wird überragt von der Burg und vom Schloss Krumau. Und auch die Altstadt ist überaus sehenswert. Wer in Krumau ist, der sollte dort auch in eines der altböhmischen Wirtshäuser einkehren. Hier gibt es köstliches Bier und deftige Hausmannskost – und das alles zu günstigen Preisen. Wer mit der ganzen Familie unterwegs ist, der kann einen Abstecher in den Wildpark Altenfelden machen. Dort tummeln sich allerlei Tiere, vom Affen bis zum Zebra. Highlight ist im Sommer die Gepardenfütterung. Für die Kinder ganz toll ist aber auch der Streichelzoo, hier kann man Hase & Co auch angreifen und streicheln. Wer etwas Kultur in den Urlaub einbauen möchte, der kann einen Ausflug in die Landeshauptstadt Linz machen: Hier gibt es einige interessante Museen und vor allem das neue Musiktheater ist sehr sehenswert.